Rotstiftaktion 2009
Ab Mitte Januar gab es ein zweiteiliges Projekt, mit dem Ziel, dem für die Streichungen in der Jugendhilfe der Stadt Halle verantwortlichen Stadtrat symbolisch die ROTE KARTE zu zeigen.
Das passierte durch die Gestaltung eines politischen Motivs auf einem Festwagen zum Rosenmontagsumzug. Zuvor bauten und bastelten Jugendliche 14 Tage lang. Am Ende präsentierten sie einen 2,70 m großen Rotstift, auf dem die „Stadtstreicher“ von Halle thronten. Mit überdimensionalen Spendendosen wurden die halleschen Narren zum Spenden von Rotstiften aufgerufen, um die „Arbeitsfähigkeit“ des Stadtrates zu erhalten. Jugendliche, Mitarbeiter und Praktikanten begleiteten den Wagen am 23. Februar im Rosenmontagszug.
Der zweite Teil des Projektes beinhaltete eine Rotstiftaktion direkt in der Bürgersprechstunde der Stadtratssitzung am 25. Februar. Die zuvor gesammelten 73 Rotstifte wurden von den Jugendlichen mit kleinen Fähnchen versehen, worauf sie zu dem Thema „Was passiert, wenn Sie als Stadtrat die finanziellen Mittel für die Jugendarbeit weiter streichen“ ihre Meinung geschrieben hatten. Es kamen sehr vernünftige Argumente, so zum Beispiel: „ ... dann wird Frau Szabados meine neue Sozialtante; dann hänge ich den ganzen Tag auf der Straße rum und mache nur Sch... ; wer hilft mir denn dann, wenn ich Probleme habe; die Jugendgewalt wird steigen, u.s.w. ... “
Die Rotstifte mit den Texten wurden wenige Minuten vor Beginn der Stadtratssitzung durch Jugendliche an die Politiker verteilt. Die Reaktionen der Stadträte waren sehr unterschiedlich, von wohlwollend bis zu zynisch. Ein Stadtrat meinte in etwa: „Wir reden hier über Kürzung von Fördermitteln und Ihr habt noch Geld, um Rotstifte zu kaufen?“ Das muss man wohl nicht kommentieren! Trotzdem waren alle Jugendlichen noch sehr lange als Zuschauer bei der Stadtratssitzung dabei und konnten Kommunalpolitik hautnah erleben.